Nach dem Weggang von Hans Beurlen suchte die Musikkapelle Gelchsheim wieder einen Dirigenten.
Der sehnlichste Wunsch des verstorbenen ehemaligen Dirigenten Burkhard Henlein ging in Erfüllung, denn einer seiner Schüler, der Klarinettist und Saxophonist Roland Schiffert übernahm die Leitung der Kapelle.

Roland Schiffert übernahm keine leichte Aufgabe. Für einen Musiker ohne Dirigentenausbildung war es sehr schwer, sich in die neue Aufgabe hineinzufinden. Hinzu kam, dass 16 Jungmusikanten in die Kapelle eingebaut werden mussten. Mit beispielhaftem Einsatz ist es Roland Schiffert gelungen, aus "Alten" und "Jungen" eine Kapelle zu formen, die in den 10 Jahren seiner Dirigententätigkeit große Erfolge verbuchen konnte. Die Nachfrage nach Auftritten der Musikkapelle Gelchsheim stieg seit Beginn seiner Tätigkeit stark an. Die Auftritte in Würzburg, die durch seine Vermittlung zustande kamen, waren zweifellos Höhepunkte im musikalischen Jahresablauf.

     

Kommersabend anlässlich des Kreismusikfestes 1992 und des 130 jährigen Bestehens der Musikkapelle Gelchsheim

 

Auch Weihnachtskonzerte und Gottesdienstgestaltungen sowie Frühlingskonzerte in der Deutschherrenhalle waren Aufgaben, denen sich die Musikkapelle Gelchsheim unter ihrem jungen Dirigenten stellte. Der Bitte des Volkstrachtenvereins Ochsenfurt, die "Trachtler" bei ihren Tänzen und zu anderen Veranstaltungen zu begleiten, wurde gerne entsprochen. Seit 1990 besteht nun mittlerweile schon diese freundschaftliche Verbindung zum Volkstrachtenverein Ochsenfurt.

     

Ausbilder Alois Klüpfel mit (vorne) Matthias Wald, Nadja Wolpert, Sonja Julke, Stefan Leimig, (hinten) Björn Hartmann, Bernhard Leimig, Markus Konrad, Martin Pfuff, Andreas Reuß

  Bei der Generalversammlung 1985 wurde beschlossen, wieder einen Versuch zu wagen und junge Musiker ausbilden zu lassen. Mit Anette Heil aus Darstadt (Klarinette und Saxophon) und Alois Klüpfel aus Ochsenfurt (Blechbläser) konnten zwei sehr gute Ausbilder gewonnen werden. Sie brachten das Kunststück fertig, aus anfänglich 17 Schülern 16 Musiker heranzubilden. Ab 1988 spielten sie Kirchenmusik, ab 1989 Festzüge und ab 1990 bereits alle Auftritte mit. Durch diese Jungmusikanten war die Musikkapelle Gelchsheim auf einen Stand von 32 Musikern angewachsen.
     
Probenraum der Musikkapelle Gelchsheim war seit altersher die Gastwirtschaft "Zum Adler", Besitzer Familie Groll. Mit dem Anwachsen auf über 20 Musiker und der Probenarbeit mit der Verstärkeranlage und Gesang wurden die Proben Ende der sechziger Jahre in die im Jahre 1953 erbaute Volksschule verlegt. Der Werkraum, die Küche, das Bad und später ein Schulraum im Erdgeschoss waren die Probenräume.

Nach der Einweihung der Deutschherrnhalle am 23. Mai 1982 zog man um in den Nebenraum der Gaststätte der Deutschherrnhalle, der auch vom Liederkranz mitbenutzt wurde.

In der Sommerpause 1986 wurde von tatkräftigen Musikern der Probenraum über der Gaststätte ausgebaut. Die Materialkosten übernahm die Gemeinde. Die Musikkapelle Gelchsheim erbrachte viele Arbeitsstunden, um den neuen Probenraum einschließlich des Abstellraumes in der heutigen Form zu gestalten.

Die Musikkapelle entfaltet ihre Aktivitäten nicht nur beim Musikspielen. Viele Ein- und Mehrtagesausflüge, so z.B. nach Wien, Sölden, Annaberg, Holland und Hilden wurden von Vergnügungswart Siegfried Hoos organisiert und durchgeführt. Die Einführung des Kirchweihfestes im Juni geht auf die Initiative der Musikkapelle zurück. Schöne Grill- und Gartenfeste wurden von der Musikkapelle veranstaltet.

Bei kirchlichen und gemeindlichen Anlässen und Veranstaltungen wird die Musikkapelle immer wieder gefordert. Doch auch außerhalb der Marktgemeinde Gelchsheim repräsentiert die Musikkapelle Gelchsheim ihren Heimatort.