Nach dem 2. Weltkrieg erlebte die Musikkapelle Gelchsheim wieder einen Aufschwung. Bei Musiklehrer Karl Müller in Sonderhofen erlernten die Musiker Richard Barthel, Albin Geißendörfer, Gregor Hamm, Heinrich Hilpert, Helmut Hofmann, Philipp Langer, Josef Menth, Otto Metzger und Richard Spänkuch ab 1946/47 das Musizieren. Der Unterricht fand jeweils am Sonntag um 12 Uhr in Sonderhofen statt. Damals war es noch Pflicht, am Sonntag die Nachmittagsandacht und die anschließende "Christenlehre" zu besuchen. Erzählungen damaliger Musikschüler ist zu entnehmen, dass man sich öfters beeilen musste, um rechtzeitig in der Kirche zu sein. Zusammen mit Emil Wachek, Gerhard Frischat und den Brüdern Alois und Richard Leimig wuchsen die Gelchsheimer Musiker schnell wieder zu einer spielfähigen Truppe zusammen.  

1. Reihe v. l.: Helmut Hofmann, Josef Menth, Otto Metzger
2. Reihe v. l.: Gerhard Frischat, Emil Hergenröther, Richard Leimig, Josef Leimig, Georg Metzger, Emil Wachek, Alois Leimig

     

Festkapelle Gelchsheim beim Sängerfest in Aub 1949

  Unter Leitung von Dirigent Josef Leimig trat die Musikkapelle Gelchsheim bei verschiedenen Festen in der Umgebung auf. Ein besonderer Höhepunkt war das Sängerfest im Jahre 1949 in Aub. Dort war die Musikkapelle Gelchsheim als Festmusik verpflichtet worden. Den Gelchsheimer Musikanten gefiel es in Aub so gut, dass sie von Sonntagabend bis zum frühen Montagmorgen durchspielten. Ein Musiker ließ sogar seine Freundin (seine jetzige Ehefrau) nachts um 12 Uhr alleine nach Gelchsheim laufen! Beim Nachhauseweg (zu Fuß) wurde durch Baldersheim mit Marschmusik gezogen, dabei schlug der Schlagzeuger das Fell seiner Pauke durch.

Ein weiterer Höhepunkt war das Schiederfest am 30. Mai 1956 in Gelchsheim, das von der Musikkapelle Gelchsheim musikalisch umrahmt wurde. Es war das zweite Schiederfest des Kreisverbandes Ochsenfurt in Gelchsheim nach dem Gründungsfest am 17. Juli 1924. Weitere Schiederfeste in Gelchsheim wurden am 30. Mai 1981 und am 23. Mai 1992 von der Musikkapelle Gelchsheim mitgestaltet.

     

Das Jahr 1959 brachte der Marktgemeinde Gelchsheim ein großes Fest. Der am 19. März 1953 gegründete Gesangverein "Liederkranz" veranstaltete ein Sängerfest mit Fahnenweihe.

Als Festkapelle war das Musikkorps der Bayerischen Bereitschaftspolizei unter Leitung von Alois Übelacker engagiert. Die Musikkapelle Gelchsheim übernahm das "Hereinspielen" der Gastvereine vom Ortseingang zum Festplatz im Schloss, wo dann die Aufstellung zum Festzug erfolgte. 
Zu dieser Zeit waren die Musiker Alfons Leimig und Burkard Henlein zur Kapelle gestoßen und verstärkten diese erheblich.

Ein weiteres großes Fest mit Fahnenweihe feierte die Freiwillige Feuerwehr Gelchsheim im Juni 1964. Verstärkt durch die Nachwuchsmusiker Siegfried Hoos, Kilian Hufnagel, Kilian Ruppert, Bruno Metzger, Franz Rupp, Rudolf Völker, Rudi Völker und Edwin Völker, die von Burkard Henlein ausgebildet wurden, gestaltete die Musikkapelle Gelchsheim auch dieses Fest mit. Ebenfalls von Burkard Henlein ausgebildet, kamen 1965 die Musiker Manfred Rupp und Benno Wald zur Musikkapelle.

Im Jahre 1965 gab Josef Leimig aus Altersgründen die Leitung der Musikkapelle ab und Burkard Henlein wurde Dirigent.

Die Musikkapelle umrahmte in den nächsten Jahren weltliche und kirchliche Anlässe in der Marktgemeinde Gelchsheim. Besondere Höhepunkte waren die Königsproklamationen der 1964 neugegründeten Schützengesellschaft Gelchsheim, die jeweils am Kirchweihsamstag im November stattfinden.

Im Laufe der Jahre verließen mehrere Musiker aus Alters- oder Gesundheitsgründen die Musikkapelle. Im Jahr 1970 legte Burkard Henlein wegen Berufswechsel das Amt des Dirigenten nieder.

 

Primiz Pfarrer Kilian Reuß 1954

 

Feuerwehrfest Gelchsheim 1964

 

Weihnachtsfeier im Gasthaus "Weißes Rössl"
1. Reihe v. l.: Burkard Heinlein, Rudolf Völker, Josef Menth, Gerd Pschierer, Josef Buchinger, Manfred Rupp, Richard Spänkuch
2. Reihe v. l.: Alfons Leimig, Albin Geißendörfer, Kilian Ruppert, Edwin Völker, Siegfried Hoos, Gregor Hamm
3. Reihe v. l.: Rudi Völker, Kilian Hufnagel, Bruno Metzger