Die Wurzeln der MKG gehen weit zurück bis in das 19. Jahrhundert. Das beweist die Urkunde vom 17. Januar 1859, auf welcher mehreren Musikanten aus Gelchsheim die Erreichung eines Lizenzscheins, der zum öffentlichen Musikspielen berechtigte, bestätigt wird. Weitere Urkunden aus den Jahren 1863, 1864 und 1865 wurden ebenfalls bei der Neuordnung des Gemeindearchivs von Gelchsheim vom jetzigen Verwaltungsangestellten Volkmar Meyer "ausgegraben". In der Urkunde von 1865 erscheint der Name Johann Adam Rief. Er war Posthalter und Gemeindeschreiber in Gelchsheim. Außerdem bekleidete er das Amt des Ausbilders und Dirigenten.
     
ZEUGNIS

Die nachstehenden Musikanten aus Gelchsheim,
kgl. Landgerichts Aub, als:


1. Adam Fäth
2. Jakob Weber 
3. Johann Hergenröther 
4. Franz Neckermann 
5. Johann Deppisch
6. Michael Hergenröther


- B-Trompete
- Flügelhorn
- Trompete
- Trompete
- Baßtrompete
- Bombardon


wurden heute in Gegenwart des Vorstandes des königlichen Schullehrer-Seminars von dem Musikdirigenten Bratsch behufs der Erreichung eines Lizensscheins auf genannten Instrumenten geprüft und im Ensemble mit der Note 2, d. i. sehr gut, als befähigt befunden.


Würzburg, den 17. Januar 1859

Die königliche Schullehrer-Seminar Inspektion
Dr. Saßmannsberg

     
Trotz intensiver Suche in Pfarrbüchern und Kirchenrechnungen verliert sich die Spur der Musikkapelle Gelchsheim bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts. Von Erzählungen älterer, bereits verstorbener Musiker weiß man, dass etwa um das Jahr 1905 von der Kirchenverwaltung eine Tuba gekauft wurde, die bis in die heutigen Tage nach mehrmaligen Reparaturen noch geblasen wurde. Diese Tatsache zeigt, dass früher hauptsächlich zu kirchlichen Anlässen musiziert wurde. Dirigent der damaligen Kapelle war Friedrich Deppisch.

Ein Bild aus den zwanziger Jahren beweist, dass auch weltliche Auftritte zu den Aufgaben der Gelchsheimer Musikanten zählten, denn die kleine und große Trommel auf diesem Bild wurde nur zu weltlichen Auftritten benötigt.

   
1. Reihe v. l.: Josef Buchinger, Heinrich Wald
2. Reihe v. l.: Rudolf Liebenstein, ???, Georg Metzger, Josef Leimig, Johann Barthel, ???
3. Reihe v. l.: Franz Menth, Andreas Geißendörfer, Emil Hergenröther, Johann Günter
     

Nach dem 1. Weltkrieg ergriff der spätere Bürgermeister Heinrich Hilpert die Initiative zur Wiedergründung der Musikkapelle. Musiklehrer Machold aus Würzburg unterrichtete einmal wöchentlich die Gelchsheimer Musiker. Josef Leimig, der spätere Dirigent, Josef Buchinger, Franz Menth, Emil Hergenröther, Andreas Geißendörfer, Johann Barthel, Franz Fuchs, Georg Stoy, Rudolf Liebenstein, Heinrich Wald, Nikolaus Geßner und Georg Metzger waren die Männer der ersten Stunde, die zusammen mit den "Kappelmusikern" aus der Zeit vor 1914 die Musikkapelle wiederaufleben ließen.

     
 
Primiz Pfarrer Richard Konrad 1937